Der Moschusochse

Moschusochse
Moschusochse

Moschusochsen (Ovibos moschatus) erreichen bei einer Schulterhöhe von ca. 130cm eine Körperlänge von 2m und ein Gewicht von etwa 300kg bis 400kg. Unverwechselbar sind die Tiere durch ihr langes, zotteliges Fell und die großen Hörner. Sie gehören nicht wie man aufgrund des Namens vielleicht vermuten würde zu den Rinderartigen, sondern zu den Ziegenartigen (Caprinae). Ihren Namen verdanken die Moschusochsen der Tatsache, daß die männlichen Tiere während der Paarungszeit eine moschusartig riechende Substanz mit dem Urin abgeben.
Moschusochsen waren ursprünglich in Nord- und Nordostgrönland heimisch. In den 1960er Jahren wurden einige Tiere an den Kangerlussuaqfjord in Westgrönland gebracht. Sie vermehrten sich unerwartet gut und angespornt durch diesen Erfolg wurden in den 1980er Jahren an weiteren Orten Westgrönlands Moschusochsen ausgesetzt. Während so aufgrund der günstigen natürlichen Voraussetzungen in Westgrönland eine sehr stabile Population entstand, treten in der ursprünglichen Heimat starke Schwankungen auf. Ursache sind strenge Winter und ergiebige Schneefälle. Allgemein bevorzugen Moschusochsen die niederschlagsarme Tundra als Lebensraum. Selbst große Kälte kann ihnen kaum etwas anhaben, sie reagieren allerdings sehr empfindlich auf anhaltende Feuchtigkeit. Ihre Hauptnahrung sind die Blätter von Birken und Weiden sowie Gräser, Flechten und Moose. Während der Wintermonate halten sich Schneehasen, Schneehühner und andere Tiere gerne in der Nähe von Moschusochsen auf und fressen die freigescharrten Pflanzen.
Die Kälber werden im Mai geboren und bleiben 18 Monate bei der Mutter. Moschusochsen leben in Herden, die im Sommer etwa 10 Tiere umfassen, im Winter bis zu 100 Tiere. Es wurde wiederholt beobachtet, daß die Herden von alten Kühen zu den jeweiligen Futterplätzen geführt werden. Die größten Feinde von Moschusochsen sind Polarwölfe. Bei Angriffen versuchen die Tiere zunächst auf eine Anhöhe zu fliehen, dort stellen sie sich dann meist kreisförmig um die Jungtiere auf, die Köpfe sind nach außen gewendet und stellen mit den Hörnern eine fast unüberwindliche Barriere dar.