Meeresströmungen um Grönland

Meeresströmungen und Wassetiefe um Grönland
Meeresströmungen und Wassetiefe um Grönland

Die West- und Ostküste Grönlands grenzen an den Atlantischen Ozean, während die Nordküste an den Arktischen Ozean grenzt. Die Gewässer vor der Nordküste sind praktisch das ganze Jahr über nicht schiffbar, da sie von Eis bedeckt sind. Die Wassertiefe entlang der Küste liegt bei rund 0 bis 2.000 m, im südlich von Grönland gelegenen Labradorbecken und im Bereich der Baffinbucht werden Tiefen von knapp 4.000 m erreicht. Vor allem unmittelbar vor der Westküste gibt es auch flachere und deshalb fischreiche Gewässer, hier wurden während der letzten Eiszeit tiefere Bereiche durch die Ablagerung von Moränenmaterial aufgefüllt. Die Eisverhältnisse entlang der Küste sind insgesamt sehr unterschiedlich, was vor allem auf den Einfluß von Meeresströmungen zurückzuführen ist. Entlang der Ostküste fließt der kalte Ostgrönlandstrom. Er transportiert große Mengen Eis bis zur Südspitze Grönlands. Vor der Ostküste erstreckt sich bis weit in die Sommermonate eine 50 - 150 km breiter Treibeisgürtel. In vielen Jahren sind die beiden Orte Ittoqqortoormiit und Ammassalik erst Ende Juli per Schiff erreichbar. Die noch weiter nördliche gelegene Wetterstation Danmarkshavn und die Station der Sirius-Patrouille sind in vielen Jahren wegen der Eisverhältnisse gar nicht per Schiff erreichbar. Etwa auf Höhe von Ammassalik trifft der Ostgrönlandstrom auf den Irmingerstrom, einen Ausläufer des warmen Golfstroms. Die beiden Strömungen vermischen sich aufgrund der unterschiedlichen Wasserdichte praktisch nicht und fließen parallel um Kap Farvel herum, um sich dann an der Westküste Richtung norden zu wenden. Erst auf Höhe von Paamiut kommt es zu einer teilweisen Vermischung und das weiter entlang der Westküste nach Norden strömende Wasser bildet den vergleichsweise warmen Westgrönlandstrom, der die Westküste bis zur Diskobucht das ganze Jahr eisfrei hält. Im Bereich der Baffinbucht hat der kalte Labradorstrom einen gewissen Einfluß. Er bringt kaltes Wasser vor die Nordwestküste, die während der Wintermonate für den Schiffsverkehr nicht zugänglich ist.